„Unsere Nachbarschaft“ – zu Besuch beim Hamburger Aero-Club Boberg e.V.

Unser Nachbar ist der Hamburger Aero-Club Boberg e.V. Die Institution am Boberger Weidemoor ist mit fast 280 Mitgliedern einer der größten Segelflugvereine Deutschlands. Das seit den 1950er Jahren bestehende Segelfluggelände Boberg nutzt er gemeinsam mit unserem Nachbarverein, dem Hamburger Verein für Luftfahrt e.V. Die Größe des Vereins ermöglicht ein breites Angebot an fliegerischen Möglichkeiten und ein vielfältiges Clubleben. Hartwig Grothkopp, selbst passionierter Segelflieger, leitet seit elf Jahren als Vereinsvorsitzender die Geschicke des HAC Boberg.

IBA Hamburg: Was bietet ein Segelflugverein wie der HAC Boberg?

„Segelfliegen ist eine der faszinierendsten Sportarten, die es gibt! Das Grundprinzip ist relativ einfach. Nach dem Start an der Winde oder im Flugzeugschlepp erarbeitet man sich mit Hilfe von Aufwinden zuerst die Höhe und setzt diese danach in Strecke um. Je leistungsfähiger ein Flugzeug ist, desto weiter kann man aus der erreichten Höhe fliegen. Aus 1.000 Meter Höhe können sie ohne Aufwind 30-40 km weit gleiten. Hochleistungsflugzeuge kommen sogar 60 km weit.

Überwiegend fliegen wir von Boberg aus Dreieckskurse, das heißt wir umrunden zwei vorher festgelegte Wendepunkte und landen wieder zu Hause. Dafür braucht man – neben der absoluten Beherrschung des Flugzeuges – gute Kondition, meteorologische Kenntnisse, taktische Fähigkeiten und ein hohes Maß an Teamgeist. Das kann man bei uns lernen. Insbesondere unsere Jugendlichen sind auf diesem Gebiet sehr aktiv. Die besten von uns gehen auf Wettbewerbe.“

IBA Hamburg: Was macht das Besondere an diesem Verein aus?

„Es ist schon fast einmalig, dass wir hier in der wunderschönen Boberger Niederung über ein stadtnahes Gelände verfügen, wo man mit öffentlichem Nahverkehr anreisen kann. Das ist besonders günstig für unsere jugendlichen Flugschüler.

Bekannt ist der HAC Boberg auch für sein ausgewogenes Angebot. Wir bieten Flugschulung für Jugendliche und Erwachsene bis zum Hochleistungssport. Jeden Tag kann man hier, von April bis Oktober, bei schönem Wetter fliegen. Andere Vereine machen das nur am Wochenende möglich. Das funktioniert bei uns, weil wir genügend engagierte Mitglieder haben.

Außerdem kommen hier viele Besucher:innen auf einem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet bei uns vorbei. Wir haben ein eigenes Clubheim mit Bewirtung und einen Besuchergarten, der während der Saison täglich ab 10 Uhr geöffnet ist – der einzige gastronomische Anlaufpunkt in der Umgebung. Beim Zuschauen mit Kaffee und Kuchen sind hier schon einige auf den Geschmack des Segelfliegens gekommen.“

IBA Hamburg: Wie kamen Sie zu Ihrer Aufgabe?

 „Ich bin Segelflieger seit 1979. Nach meinem Abitur schenkte mein Großvater mir einen Schnupperkurs in Lübeck. Ich war total vom Fliegen fasziniert und bin in den HAC Boberg eingetreten. Das ist jetzt 43 Jahre her.“

IBA Hamburg: Was schätzen Sie besonders an der Nachbarschaft?

„Diese Region ist von oben besonders faszinierend. Wir schauen hinab auf tolle Natur wie die sich schlängelnde Bille, die Vier- und Marschlande mit den Feldern und Gewächshäusern sowie auf die Boberger Dünen. Aus dem Cockpit blicken wir aber auch auf die abwechslungsreichen städtischen Strukturen von Mümmelmannsberg bis Bergedorf. Im Westen sieht man sogar den Hamburger Hafen und die Innenstadt mit ihren Kirchtürmen sowie die Elbphilharmonie.“

IBA Hamburg: Wann und wie haben Sie zum ersten Mal von Oberbillwerder gehört?

„Der HAC Boberg ist als Luftsportverein Mitglied im Hamburger Sportbund. Erstmals gehört habe ich den Namen Oberbillwerder bei einer Befragung ansässiger Vereine zum neuen Stadtteil. Der HSB fragte nach, wie wir uns die Nachbarschaft zu Oberbillwerder vorstellen könnten und welche Befürchtungen vielleicht bestehen. Das dauerte mehrere Runden. Jetzt bin ich recht gut informiert.“

IBA Hamburg: Könnte es so etwas wie einen Segelflugverein auch in Oberbillwerder geben?

„Wir können ja mit unserem Angebot nicht wie andere Vereine einfach nach Oberbillwerder gehen, um dort aktiv unseren Sport auszuüben. Stattdessen wollen wir potenzielle Mitglieder nach Boberg locken. Dafür würden wir uns zu gegebener Zeit dort sicherlich mal vorstellen. Das geht über ein Schulprojekt oder mit gezielter Bewerbung von Schnupperkursen. Denn, statt gleich Vollmitglied zu werden, kann man mit 10 Flügen vorab feststellen, ob einem das Segelfliegen im HAC Boberg überhaupt gefällt.“

IBA Hamburg: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des neuen Stadtteils?

„Oberbillwerder wünsche ich eine gute Mischung an verschieden Menschen und Kulturen sowie viele Sportbegeisterte, die sich unserem herrlichen Hobby anschließen werden.“

 

Weitere Infos: https://www.hac-boberg.de

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