Hallo Oberbillwerder – Mitmacherin Andrea Soyka

Andrea Soyka ist Prokuristin bei der steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg und arbeitet als eine Projektleiterin mit am Forschungsprogramm „Konzept für die Mobility Hubs in Oberbillwerder“. „Ich brenne für eine Stadtentwicklung, die die Menschen in den Fokus nimmt und möchte an einem lebenswerten Oberbillwerder mitgestalten, das mit seinen Nachbarquartieren in Einklang steht und sich inhaltlich gut ergänzt.“

Andrea Soyka hat das Projekt Oberbillwerder durch ihre bereits langjährige Tätigkeit im Bezirk Bergedorf von Beginn an verfolgt. Sie hat u.a. das RISE Projekt Bergedorf-Süd (Rahmenprogramm für Integrierte Stadtteilentwicklung) geleitet. Ziel von RISE ist es, die Lebensqualität in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf durch städtebauliche Maßnahmen zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Inzwischen ist die 52jährige damit auch in Bergedorf-West tätig.

„Auf der grünen Wiese wird Oberbillwerder ja nicht entstehen, denn es liegen Stadtteile wie Allermöhe und Bergedorf-West direkt drum herum. Man sollte diese Nachbarschaft als Stärke nutzen. Was haben die schon? Welche Synergien gibt es und was kann gemeinsam sogar verbessert werden, so dass beide etwas davon haben?“

Andrea Soyka, die sich selbst als Vollblut-Radfahrerin bezeichnet, wuchs in Friesland an der niedersächsischen Nordseeküste auf. Dort führten ihre Eltern eine Bautischlerei, in der sie schon in jungen Jahre mit anpackte und viel lernen konnte, was noch heute in ihrem Beruf als Stadtplanerin hilft. Nach dem Abitur lernte sie Bauzeichnerin in einem großen Ingenieurbüro und wurde gleich ins kalte Wasser geworfen.

„Vor rund 30 Jahren zur Wiedervereinigung hatten wir auf einmal wahnsinnig viele spannende Aufträge. Ich war andauernd unterwegs. Aber nach fünf dynamischen Jahren merkte ich, dass ich auch das theoretische Rüstzeug erlernen möchte.“

Andrea Soyka ging zum Studium nach Oldenburg und Hamburg. Als diplomierte Stadtplanerin war sie anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HafenCity Universität tätig und spezialisierte sich auf Stadt-/Regionalökonomie und –soziologie.

Der Sprung zur steg erfolgte 2008 über ein Projekt zum Umzug der Katharinenschule in die HafenCity – einer der ersten Versuche Community Center in Hamburg zu etablieren. Seitdem beschäftigt sich Andrea Soyka mit Fragen zur künftigen Nutzung von Quartieren und entwickelt Projekte der gesellschaftlichen Infrastruktur. Welche Funktionen braucht die Stadt für die Menschen und wie sind sie intelligent kombinierbar?

„Ich kümmere mich um den sogenannten dritten Ort, also alles außer Wohnen und Arbeit, obwohl der Übergang immer fließender wird. Dazu gehören auch Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen, Schulen, KiTas, Beratungszentren, sowie Sportstätten. Aber auch der Einzelhandel und sogar die Banken spielen eine immer größere Rolle als Orte für gute Nachbarschaft.“

Aktuell dreht sich bei Andrea Soyka vieles um die von der IBA Hamburg elf geplanten Mobility Hubs von Oberbillwerder. In dem vom Bund geförderten Forschungsprogramm konzipiert eine Bietergemeinschaft aus ARGUS, steg Hamburg, Studio Schwitalla und der Sprinkenhof GmbH die funktionale und baulich-räumliche Gestaltung der neuartigen Gebäudetypen.

Ziel des vom Bund geförderten Projekts „Mobility Hubs für eine nachhaltige Quartiersentwicklung“ ist es, durch eine frühe und intensive Auseinandersetzung mit Fragen zur richtigen Nutzungsstruktur, zur nachhaltigen Gebäudestruktur und zur Quartiersmobilität ein wirtschaftlich und sozial tragfähiges Konzept für alle Mobility Hubs zu entwickeln.

„Hier sollen ja nicht einfach elf Parkhausklötze entstehen, sondern mit den Mobility Hubs auch an den künftigen Quartiersplätzen Orte der Begegnung geschaffen werden.“

Andrea Soyka hat dabei einen besonderen Blick auf die künftige Nutzung der Erdgeschossflächen. Welche Nutzungen können dort angesiedelt werden, was trägt zu einer vielseitigen gesellschaftlichen Infrastruktur bei und wie kann ein Betreiberkonzept für den neuartigen Nutzungsmix aussehen?

„Platz für Kultur, Bildung, Nachbarschaftsaktivitäten und Sport, Paketstationen, Cafés, Lebensmittelmärkte, Mobilitätsanbieter, Werkstätten oder sogar Gemeinschaftsräume von Baugemeinschaften – wir sind erst am Anfang. Wichtig ist, dass über die richtige Mischung ein Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner entsteht. Und toll wäre es, wenn auch die Nachbarstadtteile davon profitieren könnten.“

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