Hallo Oberbillwerder! Mitmacherin Dore Göppert

„Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und den Erfahrungen mit den aktuellen Starkregenereignissen in Deutschland, muss Oberbillwerder innovativ und nachhaltig entwickelt werden. Dazu gehören auch unsere Richtlinien für die Entwässerung, die auf Klimaveränderungen angepasst werden, so wie wir sie heute noch gar nicht kennen.“

Schon als Schülerin war Dore Göppert von Naturwissenschaften in den sogenannten MINT-Fächern fasziniert. Dennoch, meint die Ur-Hamburgerin, sei ihr Ingenieursstudium als Tochter einer Buchhändlerin und eines Wirtschaftsjournalisten nicht unbedingt vorherzusehen gewesen. „Mit diesem Beruf sollte man so unfassbar viele Dinge machen können. Das begeisterte mich. Ich wollte schließlich Häfen und Kanäle bauen.“ In ihrer Heimatstadt schloss sie das Studium als Bauingenieurin mit der Fachrichtung Straßen- und Tiefbau ab.

Seit nunmehr 20 Jahren steht Dore Göppert im Berufsleben. Zuerst hat sie in einem mittelständischen Unternehmen gearbeitet. „Ich bin sehr praxisorientiert und sammelte damals als Bauleiterin im Straßenbau wichtige Erfahrungen für meinen heutigen Job.“ Weitere Stationen folgten bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Einkauf und später in der Bauüberwachung in einem anderen Ingenieurbüro.

Seit Mitte 2018 verantwortet Dore Göppert den Bereich Infrastruktur und Logistik bei der iwb Ingenieure Infrastruktur GmbH & Co. KG. „Da dreht sich viel um Gewerbeflächen und um die Ver- und Entsorgung von Verkehrsanlagen sowie den dazugehörigen Straßenbau. Zum Beispiel betreuen wir das gesamte Gelände von Airbus in Finkenwerder.“

In Oberbillwerder verantwortet ihr Büro die Sielplanung für das gesamte Projektgebiet. Dieses ist ein wichtiger Baustein im komplexen Entwässerungskonzept. iwb gehört hier zu einer erfahrenen Ingenieurpartnerschaft, die sich um das Gesamtpaket der Entwässerung kümmert. Das Unternehmen Fichtner Water & Transportation GmbH aus Leipzig ist für die Oberflächenentwässerung zuständig und Battenberg und Koch GbR aus Bad Hersfeld konstruiert Durchlassbauwerke für den Wasserdurchfluss unter den künftigen Wegen und Straßen.

„In Oberbillwerder müssen wir uns ganz frühzeitig den Themen des Klimawandels annehmen. Extreme Starkregenereignisse, wie sie in diesem Sommer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, aber auch in Bergedorf im Mai 2018 stattfanden, werden uns künftig weiter begleiten. Da müssen wir sehr vorausschauend agieren.“

Der Sielbau für die Regenentwässerung bzw. Schmutzwasserableitung hat eine hohe planerische Herausforderung. Als Beispiel ist hier der anspruchsvolle Baugrund zu nennen, wie auch die komplexe Verbindung zur Oberflächenentwässerung. Dazu kommt die Gestaltung des Grünen Loops und des blauen Quartieres, welche ständig Wasser führen sollen und dessen Betriebswasserstände daher exakt gesteuert werden müssen. In der Entwicklung Oberbillwerders schaffen wir ausreichend Retentionsvolumen, welches den maximalen Abfluss aus dem Projektgebiet begrenzt und Starkregenereignisse gefahrlos im Projektgebiet aufnehmen kann.“ Die Ingenieur:innen um Dore Göppert sind daher im engen Austausch mit Landschaftsarchitekt:innen und Stadtplaner:innen.

„Haben wir später zu wenig oder zu viel Wasser im Loop und wie bekommen wir es überhaupt dort geregelt hinein? Wir müssen in diesem zentralen Grabensystem die richtigen Ausmaße in Tiefe und Breite haben. Zusätzlich soll das Gewässer erlebbar sein und Flora und Fauna sich dort ansiedeln können. Kippwehre, ähnlich wie Schleusen, werden später hier die Regulierung der Wasserstände möglich machen.“

„Auf die umliegenden Gebiete haben die Maßnahmen keine Auswirkung, da das künftige Baugebiet etwas höher als das benachbarte Neuallermöhe liegt. Auch die bestehende Entwässerung der angrenzenden Landwirtschaft wird an Oberbillwerder vorbeigeführt und wie bisher in den Nördlichen Bahngraben abgeleitet.“

Zum Abschluss der Planungen der Ingenieurbüros wird es eine umfassende Gefährdungsbeurteilung für das Gesamtprojekt geben. Dazu werden Simulationen erstellt, um später auch mit extremen Wetterereignissen umgehen zu können.

„Dennoch wird hier nicht alles nur funktional sein, sondern auch schön. Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich schließlich am Wasser in Oberbillwerder erfreuen.“

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