Andreas Lipp sagt, „ich habe schon früh draußen gearbeitet und gemerkt, wie spannend es ist, mitten in der Landschaft zu sein“, und erzählt von seinem Einstieg über Zivildienst und Gärtnerausbildung bis hin zum Studium in Osnabrück. Seit rund zwanzig Jahren ist er Teil des Büros und hat große Projekte begleitet, die über viele Jahre gewachsen sind.
Felix Schwarz kommt aus Süddeutschland und beschreibt seinen Weg ähnlich bodenständig. „Um etwas Geld zu verdienen, habe ich eine Zeit lang in einem Garten und Landschaftsbaubetrieb gearbeitet und gemerkt, dass mir das liegt.“ Danach ging es für ihn nach Berlin zum Studium der Landschaftsarchitektur. Heute ist er Geschäftsführer von Atelier Loidl und verantwortet die gestalterische Entwicklung der Projekte. Gemeinsam haben beide unter anderem am Park am Gleisdreieck in Berlin und im Quartier Baakenhafen in der HafenCity gearbeitet und wissen, was es bedeutet, Freiräume über lange Zeiträume hinweg zu entwickeln.
Mit Oberbillwerder betreten sie trotzdem neues Terrain. Andreas Lipp erinnert sich an seinen Einstieg in das Projekt und sagt, „der Weg war relativ kurz, weil ich Hamburg und viele Beteiligte schon kannte.“ Heute verantwortet er die Planung des Grünen Loops.
Was dort entsteht, ist für beide mehr als ein klassischer Park. Felix Schwarz erklärt, „im Grunde ist es ein zusammenhängendes Parkband, das sich durch den ganzen Stadtteil zieht.“ Dieses Band verbindet die Quartiere, schafft Orientierung und bringt ganz unterschiedliche Nutzungen und Qualitäten zusammen. Andreas Lipp ergänzt, dass der Loop „wie eine große liegende Acht das gesamte Gebiet durchzieht“ und damit Bewegung und Begegnung im Alltag ermöglicht.
Gleichzeitig liegt in dieser Idee auch die Herausforderung. Der Freiraum ist schmal, zieht sich durch verschiedene Quartiere und muss trotzdem als Ganzes funktionieren. Felix Schwarz beschreibt das so: „Wir wollten eine Landschaft schaffen, die zusammenhängend ist und trotzdem abwechslungsreich bleibt.“ Dafür arbeiten die Planer mit Wasser, Wegen und einer bewegten Topografie. Mal führt der Weg dicht am Wasser entlang, mal entfernt er sich, mal steigt er an, dann senkt er sich wieder.
Wer heute vor Ort ist, sieht davon noch wenig. Felder, Weite, kaum Orientierungspunkte. Genau das macht das Projekt besonders. „Man steht auf einer Fläche, auf der noch nichts gebaut ist, und denkt sich schon den zukünftigen Stadtraum dazu“, sagt Felix Schwarz. Diese gedankliche Vorarbeit ist ein zentraler Teil ihrer täglichen Arbeit.
Es wird sehr unterschiedliche Orte mit eigener Identität und Atmosphäre geben, Räume der Begegnung und Aktivität, aber auch Rückzugsorte.

Auch der lange Entwicklungszeitraum stellt hohe Anforderungen. Oberbillwerder wächst Schritt für Schritt. Jeder Abschnitt muss für sich funktionieren und gleichzeitig Teil des großen Ganzen sein. Andreas Lipp erklärt, „die einzelnen Teile des Loops müssen schon früh Aufenthaltsqualität bieten, also auch Spielangebote, Wege und Grünflächen.“ Der Park entsteht also nicht erst am Ende, sondern wächst parallel zum Stadtteil.
Besonders intensiv beschäftigen sich die Planer mit der Frage, wie der Grüne Loop tatsächlich grün wird. Rund 700 Bäume sind vorgesehen. Gleichzeitig ist der Standort anspruchsvoll. Schwere Böden, viel Wasser, dazu die geplante Aufschüttung des Geländes und ein komplexes Wassermanagement. Andreas Lipp sagt dazu, „wir müssen genau verstehen, wie sich die Bedingungen entwickeln und welche Bäume dort langfristig gut wachsen können.“
Das gelingt nur im Team. Viele Fachdisziplinen arbeiten gemeinsam an dem Projekt. „Wir sitzen regelmäßig mit mehreren Planungsbeteiligten an einem Tisch“, beschreibt Lipp den Alltag, „und versuchen, alles zusammenzubringen.“ Geotechnik, Straßenplanung, Wasserbau, Freiraumgestaltung und viele weitere Themen greifen ineinander.
Am Ende geht es für beide aber nicht nur um Planung, sondern um das zukünftige Leben im Stadtteil. Felix Schwarz stellt sich vor, dass vor allem die Vielfalt prägend sein wird. „Es wird sehr unterschiedliche Orte mit eigener Identität und Atmosphäre geben, Räume der Begegnung und Aktivität, aber auch Rückzugsorte“, sagt er. Stadt und Landschaft werden eng miteinander verbunden sein. „Wichtig ist uns dabei aber immer, den Freiraum auch als zukünftigen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen mitzudenken.“
Andreas Lipp blickt ähnlich nach vorn und sagt, „man kann sich gut vorstellen, dass hier ein Ort entsteht, der sehr lebenswert ist.“ Ein Ort, an dem man draußen unterwegs ist, sich begegnet und gleichzeitig die Nähe zur offenen Landschaft spürt.