Hallo Oberbillwerder! Mitmacher Konrad Rothfuchs

Konrad Rothfuchs, geschäftsführenden Partner der ARGUS Stadt und Verkehr. Mit seinem Team ist er von Beginn an mit den Mobilitätsfragen von Hamburgs 105. Stadtteil betraut.

„Oberbillwerder wird ein Quartier für die Generationen von Morgen und Übermorgen. Da geht es sicherlich nicht mehr um den Autostellplatz vor der Haustür, sondern darum, wie man mobile Angebote optimal kombiniert und einen attraktiven urbanen Wohnort schafft.“

Konrad Rothfuchs nennt sich selbst einen „Mobilitätsplaner“. Er studierte sowohl Bauingenieurwesen als auch Stadtplanung und kam dann eher zufällig zu seinem heutigen Aufgabengebiet. „Ich sehe es als großes Glück, dass ich an diesem Thema mit so großer gesellschaftlicher Relevanz arbeiten kann, auch wenn das manchmal mit sehr viel Emotionalität einhergeht.“

Ob Baustellenkoordination, Straßenplanung oder Verkehrssimulation – mit seinem Unternehmen ARGUS versteht sich der 58-jährige Hamburger als Dienstleister für die öffentliche Hand und private Unternehmen im Bereich Stadt- und Verkehrsplanung.

Die im Masterplan Oberbillwerder festgeschriebenen Grundlagen sehen eine geringe Autonutzung im Quartier vor. „Wir wollen, dass hier der öffentliche Nahverkehr eine ganz entscheidende Rolle einnimmt. Dafür bedarf es eines absolut verlässlichen S-Bahnverkehrs mit Langzügen im künftigen Hamburg Takt.“

Rothfuchs plädiert zudem für eine dichtere Bebauung im Zentrum von Oberbillwerder dem sogenannten Bahnquartier. „Dann siedeln sich im direkten Umfeld auch Geschäfte, Dienstleister und Gastronomie an, die sich leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen lassen.“

Bei ARGUS beobachtet man seit Jahren, dass der Autoverkehr in Hamburg rückläufig ist. Das gilt besonders für dicht besiedelte Wohngebiete. „Ein Leben ohne Autos ist bei vielen Menschen heute immer noch nicht vorstellbar. Aber autoarmes Wohnen ist möglich. Wir müssen es nur gut organisieren und kommunizieren – bis hin zu ausreichend Fahrradstellplätzen.“

Konrad Rothfuchs hat die Hoffnung, dass viele der mobilen Angebote in Oberbillwerder bereits zum Einzug bereitstehen werden. Dazu könnten dann auch heute noch unbekannte Verleihsysteme oder auch ein autonomer Quartiers-Shuttle gehören. „Die Menschen hätten dann insgesamt mehr Spielraum, wenn sie auf das Auto verzichten möchten.“

Doch das Fahren von Autos wird auch in Oberbillwerder uneingeschränkt möglich sein. Nur anders als bisher, sollen die Fahrzeuge nicht auf den Straßen parken, sondern in fußläufig gelegenen Quartiersgaragen, den Mobility Hubs. In den Erdgeschossen finden sich z. B. Servicestellen oder soziale, kulturelle und gewerbliche Einrichtungen. Dazu zählen beispielsweise Bäcker oder Supermärkte, Paket- und Recyclingstationen, Jugendzentren, Tagespflege oder Vereinsheime für die angrenzenden Sport- oder Kleingartenvereine. In den Geschossen darüber werden alle PKW sicher geparkt. Im Mobility Hub bündeln sich weitere Mobilitätsangebote wie Sharing-Dienste, Fahrradstellplätze, Ladesäulen u.w.
„Aber auch bei deren Planung müssen wir flexibel und wandlungsfähig sein. Falls in den nächsten Jahren das Autofahren immer mehr abnimmt, sollte eine mögliche Umnutzung von Parkdecks mitgedacht werden.“

Insgesamt ist sich Konrad Rothfuchs sicher, dass Oberbillwerder die Entwicklung der künftigen Gesellschaft vorbildlich abbilden kann. „Wir können jetzt ein Quartier entwickeln, das zugleich umweltfreundlich, attraktiv und zukunftsweisend sein wird.“

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