Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, spricht mit dem Wohnforscher Dr. Gerd Kuhn über den Wandel gesellschaftlichen Lebens und der Wohnformen. Im Gespräch wird deutlich, dass sich die Anforderungen an das Wohnen grundlegend verändern. Lebensentwürfe der Menschen sind vielfältiger geworden, während ein großer Teil des Wohnungsbestands nach wie vor auf die Bedürfnisse der klassischen Kernfamilie ausgerichtet ist. Daraus ergeben sich neue Fragen an Stadtentwicklung, Wohnungsbau und das Zusammenleben in den Quartieren.
Der Wohnsoziologe Gerd Kuhn plädiert für einen Perspektivwechsel: „Ich glaube, dass wir zunehmend Abstand nehmen von dem Gedanken, wie wohnt man gut? Sondern vielmehr die Frage stellen, wie lebt man gut?“ Aus seiner Sicht wird die Zukunft des Wohnens weniger durch einzelne Wohnformen bestimmt als durch die Qualität des Zusammenlebens und die sozialen Beziehungen im Quartier.
Gemeinsam diskutieren Sabine de Buhr und Gerd Kuhn über gemeinschaftliche Wohnformen wie Baugemeinschaften, Genossenschaften, die Zukunft von Einfamilienhäusern und den Umgang mit knappem Wohnraum. Dabei geht es auch um die Bedeutung von Gemeinschaft und Nachbarschaft in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft. „Ich glaube schon, dass der Zukunft gemeinschaftliches Wohnen gehört“, sagt Kuhn und verweist darauf, dass sich die Bedürfnisse nach Privatheit und Austausch nicht widersprechen, sondern zunehmend gemeinsam gedacht werden müssen.
Diese Podcastfolge wirft einen Blick auf die Frage, welche Räume Städte schaffen müssen, damit gutes Leben auch in Zukunft möglich bleibt.