Marko Lohmann ist seit mehr als 20 Jahren Vorstand der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille 🔗 und gehört zu den prägenden Stimmen der Wohnungswirtschaft in Hamburg.
Sein Weg in die Branche begann eher zufällig. Nach der Schule schwankte er zwischen Architektur, Bauingenieurwesen und einer kaufmännischen Ausbildung. „So richtig klar war mir das damals noch nicht“, erinnert er sich. Erst durch die Ausbildung zum Immobilienkaufmann und ein berufsbegleitendes Studium entdeckte er die Welt der Genossenschaften. „Ich habe schnell gemerkt, wie breit das Themenspektrum ist und dass hier nicht nur Gebäude, sondern vor allem Menschen im Mittelpunkt stehen.“
Diese Haltung prägt auch die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille, die aus der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. „Die Menschen hatten kein Zuhause und haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam etwas aufzubauen“, erklärt Marko Lohmann. Heute bewirtschaftet die Genossenschaft rund 10.000 Wohnungen und ist eine der wichtigsten Vermieter:innen im Bezirk Bergedorf.
Dabei geht es längst nicht nur um Wohnraum. „Wir sind kein renditegetriebenes Unternehmen. Natürlich müssen wir wirtschaftlich arbeiten, aber wir schauen immer auch auf die Menschen“, sagt Marko Lohmann. Ziel ist es, ein Zuhause für unterschiedliche Lebensphasen zu bieten. „Junge Menschen, Familien oder ältere Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Unser Anspruch ist es, dafür passende Angebote zu schaffen.“
Auch gemeinschaftliches Engagement gehört für ihn dazu. „Genossenschaft heißt, Teil einer Solidargemeinschaft zu sein“, betont er. Nachbarschaftsprojekte, gemeinschaftliche Aktivitäten und Mitwirkung im Quartier seien wichtige Bestandteile.
Diese Perspektive bringt Marko Lohmann seit vielen Jahren in die Entwicklung von Oberbillwerder ein. „Wir waren von Anfang an bei den Überlegungen dabei“, sagt er. Für ihn ist klar, dass der neue Stadtteil eine große Chance für Bergedorf ist. „Die Idee ist richtig. Hier wird ein fehlender Baustein sinnvoll ergänzt.“
Oberbillwerder soll eine Stadt für alle werden. Genau dafür stehen auch wir als Genossenschaft.

Gleichzeitig hat er die Entwicklung immer wieder kritisch begleitet. „Es gab Phasen, in denen wir uns gefragt haben, ob die Anforderungen noch realistisch sind“, beschreibt er. Zu hohe Standards und unklare Rahmenbedingungen hätten zeitweise zu Abstand geführt. Inzwischen sieht er eine neue Dynamik. „Jetzt kommt wieder Bewegung rein. Wenn die Voraussetzungen stimmen, bringen wir uns gerne ein.“
Inhaltlich sieht er großes Potenzial. „Oberbillwerder soll eine Stadt für alle werden. Genau dafür stehen auch wir als Genossenschaft.“ Vielfalt, neue Wohnformen und soziale Angebote passen aus seiner Sicht gut zum Konzept. Entscheidend sei jedoch die Bezahlbarkeit. „Es muss am Ende für die Menschen funktionieren.“
Besonders wichtig ist ihm die Verbindung zu den bestehenden Quartieren wie Bergedorf West und Neuallermöhe. „Connected City muss wirklich gelebt werden“, sagt Marko Lohmann. Oberbillwerder solle sich mit den Nachbarstadtteilen verzahnen. „Es geht darum, dass sich die Quartiere gegenseitig stärken.“
Sein Blick in die Zukunft ist klar. „Ich wünsche mir, dass die Qualitäten erhalten bleiben und gleichzeitig bodenständig umgesetzt werden.“ Der Fokus müsse auf den Menschen und auf der Bezahlbarkeit liegen. „Wenn das gelingt, entsteht hier ein Stadtteil, mit dem sich die Menschen identifizieren.“ Und genau darin sieht Marko Lohmann die Stärke von Oberbillwerder: „Ein Ort, der verbindet und der zeigt, wie Stadt gemeinsam funktionieren kann.“