Häufige Fragen – FAQ

Diese Seite soll Ihnen möglichst kurz und prägnant häufig gestellte Fragen beantworten. Sie befindet sich im Aufbau und wird fortlaufend mit Fragen und Antworten ergänzt. Wenn Sie zusätzliche Fragen an uns haben, nutzen Sie gerne das Kontaktformular.

Was ist ein Masterplan?

Mit einem Masterplan können stadtplanerische Strategien und Handlungsvorschläge erarbeitet werden. Er beschreibt die Funktionen und Qualitäten, die das Gebiet aufweisen soll und dient als Leitfaden, an dem sich konkrete Maßnahmen der weiteren Entwicklung orientieren. Ein Masterplan stellt die übergeordneten Ziele heraus und skizziert beispielsweise Fragestellungen zum Städtebau (z. B. Höhe, Nutzungen und Anordnung von Gebäuden), zur allgemeinen Verkehrssituation oder zur Bedeutung von Freiflächen im Gebiet. Details wie die Architektur der Baukörper oder die Gestaltung der Freiflächen werden in einem Masterplan noch nicht festgelegt. Der Masterplan muss fortschreibungsfähig und flexibel erweiterbar sein, um sich ggf. an Veränderungen der Gesamtsituation, der Umgebung o. ä. anpassen zu können.

Was ist ein Wettbewerblicher Dialog?

Die Erarbeitung des Masterplans für den neuen Stadtteil Oberbillwerder erfolgt durch das Vergabeverfahren „Wettbewerblicher Dialog“ gemäß §18 VgV (Vergabeverordnung). Ein wettbewerblicher Dialog ist ein Verfahren zur Vergabe besonders komplexer Fragestellungen.

Die Entwicklung eines neuen Stadtteils von dieser Größenordnung ist von herausragender Bedeutung für den Bezirk Bergedorf und die Freie und Hansestadt Hamburg. Deshalb hat die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnen am 28. September 2016 ausdrücklich darauf hingewiesen, für die Erarbeitung des Masterplans einen sehr offenen und transparenten Prozess mit vielen Mitwirkungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit, Fachexperten, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu wählen und eine umfangreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.
Um dies zu gewährleisten, wurde das Verfahren des Wettbewerblichen Dialogs gewählt. Der Wettbewerbliche Dialog eröffnet die Möglichkeit für offene und transparente Mitwirkungsformate unter Einbeziehung der teilnehmenden Planungsbüros.

Das zweiphasige Verfahren beginnt im Herbst 2017 und endet im Mai 2018. In diesem Zeitraum finden fünf öffentliche Veranstaltungen mit den Planungsteams und den Bürgerinnen und Bürgern statt. Zum Abschluss der ersten qualifizierenden Dialoghase wird das Feld der teilnehmenden 12 interdisziplinären Planungsteams (aus den Bereichen Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Architektur) max. 4 reduziert und am Ende der zweiten, vertiefenden Dialogphase dann der Entwurf gekürt, aus dem der Masterplan entwickelt werden soll. Dabei ist auch eine Zusammenführung von Entwurfsideen denkbar.

Wer sind die handelnden Akteure?

Es wirken zusammen die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg als zuständige Fachbehörde und Auftraggeberin der IBA Hamburg GmbH, die IBA Hamburg GmbH als Projektentwickler, der Bezirk Bergedorf als Plangeber und Steuerungsverantwortlicher, die Finanzbehörde/LIG als Grundeigentümer sowie die Behörde für Umwelt und Energie und die geplante HIE GmbH & Co. KG als weitere Beteiligte. Im ersten Schritt wird eine Lenkungsgruppe unter Vorsitz der Bezirksamtsleitung und des Oberbaudirektors eingerichtet.

Ist Oberbillwerder ein autofreier Stadtteil?

Nein, mit einem Stellplatzschlüssel von 0,6 je Wohneinheit ist Oberbillwerder weder autofrei noch autoarm. Aber Oberbillwerder ist weitestgehend frei von parkenden Autos im öffentlichen Raum. Der ruhende Verkehr wird ganz anders organisiert, als es sonst in Hamburg der Fall ist. Ein wichtiger Baustein dazu sind viele mehrgeschossige Mobility Hubs: Hier parken auf rund 5.000 Stellplätzen die Bewohnerschaft sowie Gäste Oberbillwerders ihre PKW, zudem werden Stellplätze für die Nahversorgung und gewerbliche Nutzungen bereitgestellt. Von dort können alle auf Mobilitätsangebote wie Carsharing, Lastenfahrräder und Transportgefährte für den Weg zur Wohnung umsteigen oder auch komfortabel zu Fuß gehen. Die so freigewordenen Straßen schaffen neue Qualitäten im Stadtraum und deutlich mehr Platz für die Bewohnerinnen und Bewohner. Für mobilitätseingeschränkte Personen wird es individuelle Lösungen geben.

Was ist ein Mobility Hub?

Mobility Hubs sind vier- bis fünfgeschossige Gebäude, die an den Quartiersplätzen in Oberbillwerder stehen und zu zentralen Orten für aktive Nachbarschaften entwickelt werden. Insgesamt bieten sie rund 5000 Stellplätze und sind damit ein zentraler Baustein für das Ziel eines von parkenden Autos befreiten öffentlichen Raums. In den Erdgeschossen finden sich z. B. Servicestellen oder soziale, kulturelle und gewerbliche Einrichtungen. Dazu zählen beispielsweise Bäcker oder Supermärkte, Paket- und Recyclingstationen, Jugendzentren, Tagespflege oder Vereinsheime für die angrenzenden Sport- oder Kleingartenvereine. In den Geschossen darüber werden alle PKW sicher geparkt. Der Name ist auch Programm: Im Mobility Hub bündeln sich weitere Mobilitätsangebote wie alle Sharing-Dienste, Fahrradstellplätze, Ladesäulen u. w.
Durch die zentralen Lagen der Mobility Hubs an den Quartiersplätzen, an denen Kitas, Spielflächen oder Cafés und Restaurants angesiedelt sind, entstehen so kleine, abwechslungsreiche Quartierszentren, die je nach Lage im Stadtteil einen thematischen Schwerpunkt haben können. Die Flachdächer der Gebäude lassen sich unter anderem als Freizeitflächen nutzen, ebenso können diese einer alternativen Energiegewinnung oder Regenwasserspeicherung dienen.

Wie funktioniert die Entwässerung? Wie soll gewährleistet werden, dass es bei Starkregen keine Überschwemmungen gibt?

In Oberbillwerder gibt es eine kontrollierte Sammlung, Speicherung und Ableitung des Wassers. Dadurch entstehen insbesondere im Grünen Loop viele naturnahe Wege entlang der Entwässerungsgräben. Der neue Stadtteil ist für die Retention (= Rückhaltefunktion) auch von außergewöhnlichen Starkregenereignissen gerüstet. Ergänzend zum Grünen Loop als Retentionsfläche können Sport- und Naturflächen bei starkem Regen größere Wassermengen aufnehmen und „geflutet“ werden, zusätzlich ist ein naturnaher Retentionsraum im Nordwesten des neuen Stadtteils vorgesehen. Das Entwässerungskonzept einschließlich der geplanten Höhenentwicklung des Geländes ist so konzipiert, dass es zu einer Verbesserung gegenüber der momentanen Situation führt. Das detaillierte wasserwirtschaftliche Konzept schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch gestalterische Qualitäten im Umgang mit alltäglichen und außergewöhnlichen Wassermengen.

Was bedeutet Active City?

Hamburg ist eine Sportstadt. In Oberbillwerder erhalten Sport und Bewegung eine bedeutende Rolle: Als Modellstadtteil für die Active City wird hier nicht nur auf den klassischen Sport, sondern auf einen aktiven und bewegten Stadtalltag der Bewohnerinnen und Bewohner jeden Alters gesetzt. Bewegung wird als integrierter Bestandteil des täglichen Lebens verstanden. Gemeint ist das aktive und gemeinschaftliche Leben insgesamt, sodass Menschen ihre täglichen Wege gut und sicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen können und sich im Alltag begegnen. In Oberbillwerder wird ein attraktiver, sozialer, inklusiver und zugleich zur Bewegung anregender Stadtraum gestaltet, der Angebote für alle Bevölkerungsgruppen bereithält. Für aktive Sportlerinnen und Sportler soll es Sportplätze und -flächen, ein Schwimmbad, Lauf- und Reitwege, Radschnellrouten, Bewegungsinseln, usw. geben.

Was ist der Hamburger Drittelmix?

Der Hamburger Drittelmix sieht vor, dass bei neuen Quartiersentwicklungen 1/3 geförderter Wohnraum entsteht, 1/3 freifinanzierte Mietwohnungen und 1/3 Eigentumswohnungen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass es für alle Bedarfe und Einkommen Wohnungsangebote in einem Quartier gibt und sich eine gut gemischte Bewohnerstruktur dort ansiedelt.

Gelände-Aufhöhung: Stimmt es das hierfür täglich viele LKW-Transporte erforderlich sind, um den Sand dafür zu transportieren?

Oberbillwerder wird in mehreren Bauabschnitten entwickelt. Entsprechend wird auch die Aufhöhung geplant und sukzessive durchgeführt. Es ist zudem keine gleichmäßige Aufhöhung der gesamten Fläche geplant. Mit dem Grünen Loop und weiteren Grün- und Freiflächen ebenso wie Retentionsflächen (=Rückhaltefunktion) müssen viele Bereiche in Oberbillwerder nicht aufgehöht werden. Die Aufhöhungen betreffen zunächst nur die öffentlichen Flächen, da die privaten Bereiche in Abhängigkeit der Gründungskonzepte der jeweiligen Gebäude stehen. Deswegen geht die IBA Hamburg aktuell (2019) davon aus, dass nur rund 56% der Gesamtfläche aufgehöht werden müssen. Dies entspricht etwa 730.000 m². Die notwendigen Höhen sind von mehreren Faktoren abhängig und variieren entsprechend von 0,6 bis 1,5 Meter NHN (Normalhöhennull), der Grüne Loop als zentraler Sammelort für das im Gebiet anfallende Wasser wird auf der tiefsten Ebene liegen, mit einer Höhe von 0,0 bis 0,3 Meter NHN.
Ein Baustellenlogistikkonzept wird im Rahmen der Erschließungsplanung erarbeitet und kommuniziert.

Wem gehört das Land? Werden die Landwirte in Oberbillwerder enteignet?

Die Flächen, auf denen Oberbillwerder entstehen wird, befinden sich seit den 1920er Jahren im Besitz der Stadt Hamburg und sind derzeit von fünf Landwirtschaftlichen Betrieben (davon zwei Vollerwerbsbetriebe) zur Bewirtschaftung mit vereinbarten Laufzeiten gepachtet. Die Stadt Hamburg ist bereits seit einigen Jahren im Gespräch mit den betroffenen Pächtern, um gemeinsam Lösungen zu finden. Der Bergedorfer Flächennutzungsplan sieht das Gebiet Oberbillwerder ausdrücklich als Siedlungsfläche und nicht als landwirtschaftlich genutzte Fläche vor.

Gibt es eine Warteliste für Miet-/Kaufinteressierte?

Auch wenn es schon eine große Nachfrage gibt, werden keine Wartelisten geführt. In Oberbillwerder kann ab Mitte der zwanziger Jahre neuer Wohnraum gebaut werden. Derzeit kann die IBA Hamburg keine Auskünfte über zukünftigen Miet- und Eigentumswohnraum geben. Zunächst wird vom Bezirk Bergedorf Planrecht geschaffen, danach die Flächen erschlossen und zur Bebauung vorbereitet.
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Umzug der HAW nach Oberbillwerder – Ändern sich jetzt alle Planungen?

Ein Umzug der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) mit der Fakultät Life Sciences (Lebenswissenschaften) von seinem derzeitigen Bergedorfer Standort am Ulmenliet nach Oberbillwerder passt zu den bestehenden Planungen. Der Masterplan sieht bereits auf seiner Gesamtfläche von 124 Hektar die Schaffung von ca. 300.000 m² Bruttogrundfläche (BGF) für Nichtwohnnutzung vor. Auf diesen Flächen sollen bis zu 5.000 Arbeitsplätze in Büros, Laboren, Handwerkerhöfen, Gewerbe- und Einzelhandelsgeschäften sowie in sozialen Einrichtungen entstehen. Hierbei soll ein Schwerpunkt auf die Branchen Ernährung/Gesundheit/Sport gelegt werden. Mit der Ansiedlung der HAW, Fakultät Life Science, und dem Ausbau zu einem Gesundheitscampus wird ein Teil der BGF themenspezifisch gefüllt und der Lebens- und Arbeitsort Oberbillwerder erhält sein Profil.

Oberbillwerder wird insgesamt von den Impulsen profitieren, die von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der zukunftsorientierten Studiengänge wie Medizintechnik, Gesundheitswissenschaften, Ökotrophologie, Biotechnologie sowie Umwelt- und Verfahrenstechnik ausgehen. Die konkreten Nutzungs- und Flächenbedarfe sowie Zeit- und Kostenrahmen der Campusentwicklung in Oberbillwerder werden derzeit von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) gemeinsam mit der HAW Hamburg sowie dem Bezirk Bergdorf abgestimmt (Stand 8/19).
Auch in das Mobilitätskonzept passt die Ansiedlung der HAW, da die Studierenden häufig den öffentlichen Nahverkehr nutzen und die An- und Abfahrten zur Hochschule entgegen der bestehende Pendlerströme verlaufen werden.


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